das übliche, bitte

 

 

vor kurzem schrieb ich hier über das herkömmliche programmfernsehen im gegensatz zu film-on-demand und der freiheit, die einem eine vermeintliche einschränkung gibt, bzw. wie einschränkend die vermeintliche nahezu unbegrenzte freie auswahl sein kann.

 

der mensch ist nämlich ein gewohnheitstier. wenn man ihm die wahl lässt, dann wird er fast immer das bereits bekannte auswählen. das zieht sich durch alle bereiche des lebens, bei manchen mehr, bei manchen weniger, aber im grunde eben doch bei allen, auch wenn man hin und wieder mal aus gewohnten mustern ausbricht. beispiele gefällig? ich habe jede menge davon:

 

fangen wir einmal beim stinknormalen täglichen lebensmitteleinkauf an. man wird zu mindestens 90% jene produkte wählen die man kennt. ganz nach dem motto "was der bauer nicht kennt, frisst er nicht". es wird das selbe brot wie immer sein, die selbe butter, milch, joghurt, obst, gemüse, süßes... und bei den getränken natürlich ebenso. man wählt den saft, die limonade, das cola und das bier das man immer hatte. nur selten probiert man neues, meistens nur dann, wenn man mit preisnachlässen dazu animiert wird. das ganze setzt sich acuh dann fort, wenn man ausgeht, sei es zum essen, oder in die disco. man isst sein gewohntes schnitzel, oder die knusprioge ente, trinkt das cola oder sein bisr, vodka-redbull oder was auch immer man bevorzugt. und auch hier kann ich eine paralelle zu einem vergangenen blog ziehen, nämlich zum urlaubsblog, in dem ich davon schrieb, dass viele leute ihre heimat mit in den urlaub nehmen, in form von limonade, sprudel und dem gewohnten bier und sogar dem fernsehprogramm mittels mobiler satellitenschüssel am dach des wohnmobils.

 

noch mehr beispiele? gerne!

 

oft genug wählen leute ein mal im leben ihre automarke und bleiben dieser dann treu. das was man kleidungsstil nennt, ist auch nichts anderes, als das wiederholte wählen eines bestimmten musters. sogar in der partnerwahl wählen sehr viele menschen immer wieder den selben typ aus.

 

dies alles ist ja nichts schlimmes. es schadet niemanden wenn man sich immer wieder für das selbe entscheidet. eine ausnahme gibt es jedoch: man schadet sich selbst. nicht offensichtlich, nicht vordergründig, aber dennoch. man schränkt sich selbst ein - und das auch noch freiwillig, wenn auch meistens unbewusst. man bekommt mentale scheuklappen und wird zunehmend konservativ.

 

und mal ganz ehrlich, ich finde das vor allem bei musik und geschichten sehr sehr öde. ich liebe es überrascht zu werden, sowohl bei musik, als auch in geschichten (damit ist jede art von geschichte gemeint: bücher, filme, serien, hörspiele/bücher...). warum sind denn schlager und volkstümliche musik dermaßen erfolgreich? weil hier immer wieder die selben muster wiederholt werden, ähnliche melodien, ähnliche instrumentalisierung, ähnliche texte und themen.

 

die derzeitige invasion an comicverfilmungen entspringt dem selben verhaltensmuster, bzw. dem hang nach dem bekannten. die avengers, superman, batman, spiderman, ironman, die fantastic four... alles comicfiguren die sich bereits seit jahrzehnten etabliert hatten. mann kennt sie, auch wenn man nie ein comic gelesen hat. und dass 9 von 10 der erfolgreichsten blockbuster dieses jahres entweder sequels, prequels, reloads, spin-offs oder ähnliches sind, verwundert nun auch niemanden mehr.

 

die welt will ja gar nichts anderes als das altbekannte, darum wählt sie es auch immer wieder.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0