erste sommerurlaubserinnerungen

es ist kurz nach zwöf uhr mittags und irgendwo in der nachbarschaft quält sich gerade ein rasenmäher oder etwas ähnliches mit irgendetwas herum. das erinnert mich daran, dass ich ja von meinen sommern in anderen ländern erzählen wollte....

 

mir kommt es zwar so vor, als wären wir immer schon in den somemrferien ans meer, oder zumindest ans wasser gefahren, aber ich erinnere mich erst an solche ferien zu einer zeit, als mein alter bereits zweistellig war. im nachhinein kann ich auch nicht mehr so genau sagen, ob wir zuerst hier oder dort waren - oder umgekehrt. dazu müsste ich in alten bildern wühlen um es zu rekonstruieren, doch die chronologische reihenfolge ist ja eigentlich unwichtig. es geht um die erinnerungen, nicht um eine geschichtlich korrekte chronik.

 

wie gesagt, die ersten urlaube an die ich mich erinnere müssen zu einer zeit stattgefunden haben, in denen mein alter bereits zweistellig war. wir wohnten auch schon nicht mehr in bayern, sondern bereits in stuttgart.

 

ich hatte mich beim spielen auf einer baustelle an der hand verletzt. ich war in eine zerbrochene bierflasche geraten und hatte mir eine böse schnittwunde zugezogen die genäht werden musste. darum musste ich auch ungefähr zwei oder drei wochen einen verband tragen und durfte mit dieser wunde nicht ins wasser. seltsam, jetzt wo ich darüber nachdenke weiss ich nicht mal mehr genau wo ich mich verletzt hatte, ich finde auch keine narbe mehr. 

 

nun, jedenfalls ging es damals nach österreich, genauer gesagt ins burgenland, noch genauer an den neusiedler see. ich glaube wir hatten damals noch ein großes familienzelt. und geschwister gab es auch noch keine. ich fand es faszinierend, dass man, egal wo man war, an jeder stelle des sees auf dem grund stehen konnte. noch faszinierender fand ich die ausgedehnten schilfgürtel, die voller labyrinthartiger wege waren. ich verbrachte meine tage damit in diesen labyrinthen auf entdeckungsreise zu gehen, auf einer luftmatratze sitzend oder auf dem bauch liegend und mit den händen paddelnd. erschreckend fand ich jedoch, als man mir erzählte,d ass durch diesen see die grenze nach ungarn verlife. damals gab es noch den eisernen vorhang, und ich stellte mir vor, wie ich aus versehen diese unsichtbare grenze "überschwimmen", man mich festnehmen, oder schlimmeres mit mir anstellen würde. ganz dunkel erinnere ich mich auch an einen seltsamen ausflug auf einem leiterwagen, von pferden gezogen, irgendwo hin. vermutlich gigns zu einem touristisch aufbereiteten folkloreabend oder ähnliches. kann jedenfalls nicht beeindruckend gewesen sein.

 

soeben erreicht mich nun doch eine erinnerung aus meiner frühen kindheit. wir waren im damaligen yugoslawien. an viel erinnere ich mich nicht, nur an zwei dinge. an einen ausflug auf einem schiff übers meer zu irgendeiner insel. wir blieben zwischendrin mal stehen, also, korrekterweise gingen wir vor anker, damit irgendwelche leute nach diesen riesen-steckmuscheln tauchen konnten, deren namen ich gerade vergessen habe. es gab auch essen auf dem boot - natürlich fisch - und irgendjemandem rutschte das essen bei einer rollbewegung des bootsrumpfes vom teller direkt ins meer. und zweitens weiss ich noch, dass wir paddeln gingen. vater lieh sich ein paddelboot aus und los gings. ich hatte jedoch damals als kleines kind enorme angst vor dem wasser, bzw. in kleinen booten (auf dem großen gings noch), also heulte ich fast die ganze paddelfahrt über. das wurde natürlich nur noch schlimmer, als es windig wurde und mir ständig salzwasser in die augen spritzte.

 

in unserer stuttgart-zeit waren wir auch einmal in frankreich. wir fuhren mit einem wohnwagen quer durch frankreich, übernachteten auf der strecke mindestens ein mal, wenn nicht sogvar zwei mal, ein mal davon sogar auf einem campingplatz auf einer insel in der loire. schlussendlich landeten wir dann in arés, einem kaff an der bucht von arcachon, nicht weit von bordeaux. hier lernte ich das erste mal ständig die preise von eienr währung in die andere umzurechnen und mich in eienr fremden sprache zu verständigen. ich kontne damals bereits ein wenig englisch und kam damit erstaunlich gut über die runden. naja, natürlich auch mit händen und füßen, aber als kind hat man, so glaube ich, sogar in frankreich einen bonus.

 

in frankreich lernte ich auch mit den jahrmarktshändlern umzugehen. damals waren diese korallenketten sehr gefragt und ich wollte unbedingt eine haben. also gab mir mein vater ein par münzen in die hand und erklärte mir wie ich mich zu verhalten habe. ich ging also zum händler meienr wahl, sah mir die ektten an, wählte eine aus und fragte ihn dann "how much?" seine antwort verstand ich nicht, ignorierte sie deshalb und sagte nur "i just have this" und zeigte ihm meine münzen die ich in der hand hatte. er schüttelte den kopf, ich schaute traurig und ging wieder. doch nach wenigen schritten rief er mich zurück, sagte nur "ok" und gab mir die gewünschte kette. der deal war also erfolgreich über die bühne gegangen. ich glaube diese kette habe ich sogar noch irgendwo, nur bekomme ich sie natürlich nicht mehr um den hals.

 

es gab auch ein traumatisches erlebenis. naja, halb so wild, aber dennoch...

 

natürlich wollten meine eltern mal richtig französisch essen gehen, also ging es abends mal in ein ein einheimisches restaurant. was wir aßen weiss ich nicht mehr, aber ich weiss genau, dass sich meine eltern eine fischsuppe bestellten. die kam dann auch in einem größeren topf, aus dem wir alle selbst unsere portionen in den teller löffelten. so wurde die suppe im topf also immer weniger und irgendwann trat am grunde dieses topfes eine ganze krabbe, noch vollkommen ganz, im panzer und mit allem zum vorschein. dass diese suppe niemals ausgelöffelt wurde, ist vermutlich verständlich.

 

ich vermute ja, dass meine abneigung gegen meeresgetier, fische, muscheln und so weiter, mit unseren urlauben zu tun hat. während dieses urlaubes in frankreich lernten meine eltern auch irgendwelche leute auf dem campingplatz kennen. das ist ja auch nicht schwierig, wir waren vermutlich die einzigen beiden deutschen familien auf diesem platz. jedenfalls wurden wir mal zu ihnen zum essen eingeladen. und als wir dann bei deren wohnwagen ankamen gab es miesmuscheln. und die dinger stanken so grausam, dass mir dabei übel wurde.

 

faszinierend fand ich dort jeden tag den gezeiten zusehen zu können. aus dieser bucht verschwand das wasser nämlich bei ebbe ganz. der campingplatz hatte eine art eigenen teich, in den zwar bei flut wasser einfloss, bei ebbe aber nicht alles abfließen konnte. so hatten wir zwar immer was zum baden und schwimmen, aber irghendwie war es nicht richtig. also besuchten wir einer tages die dune d' arcachon (oder auch dune du pyla). diese befand sich an der anderen seite der bucht, ca. eine stunde autofahrt entfernt. und das ding war wirklich riesig! eine sanddüne wie aus einem bilderbuch über die sahara. fast 3km lang, über 100 meter hoch und ca. 500 meter breit. hier erlebte ich auch das erste und bisher einzige mal den atlantik, mitsamt seinen riesigen mannshohen wellen, die über einen hereinbrachen wenn man hüfthoch im wasser stand. es war einfach ein erlebnis, das mich nachhaltig beeindruckte. sand soweit man sehen konnte, die brecher am strand, sonne, wind... herrlich. was mich jedoch ebenfalls beeindruckte, waren übrig gebliebene bunker aus dem zweiten weltkrieg. man verbot mir sie zu betreten, was ich dann auch leider nicht getan habe, aber ich habe mir ein kleines stück verrosteten stacheldraht als andenken mitgenommen. dieses stück müsste ebenfalls noch irgendwo herumliegen.

 

irgendwann , wenn ich das geld und die zeit habe, besuche ich diese düne wieder einmal.

 

noch einen weiteren urlaub in österreich gab es als wir noch in stuttgart wohnten. mein vater hatte sich bereits dazu entschlossen nach tirol zu ziehen, also machten wir auch hier urlaub, damit er sich ein paar wohnungen ansehen konnte, während ich meistens die ferientage alleine am natterer see verbrachte. das fand ich nicht weiter schlimm, es fiel mir im grunde gar nicht auf, dass er öfter mal nicht anwesend war, ich hatte ja anderes zu tun. und ein mal trat ich im wasser auf einen alten angelhaken samt daran hängender angelschnur. ich suchte weggeworfene pfandflaschen, gab diese beim campingkiosk zurück, und finanzierte mir so fast jeden tag ein eis oder anderes süßes. ansonsten weiss ich nicht mehr viel von diesem urlaub. da hatte mich frankreich natürlich mehr beeindruckt.

 

die dinge an die man sich erinnert, sind meistens die fremdartigen. anderes geld, andere sprache, anderes essen, andere getränke, anderes eis und andere süßigkeiten. für die erwachsenen heisst es anderes bier, andere zigaretten, manchmal auch anderer sex. obwohl ich mich witzigerweise gerade daran erinnere mir in arés eine tüte der haribo erdbeeren gekauft zu haben um sie im wohnwagen zu schnabulieren. oder war das später in italien? ich werde auch nie verstehen warum sich viele menschen so sehr darum bemühen im urlaub ihre gewohnten dinge beizubehalten. sie schleppen kistenweise getränke (vor allem bier) von zuhause mit, zahlen lieber das zehnfache für importe dinge die sie kennen (wiederum meistens bier), gehen wo auch immer sie sich befinden in den mcdonalds oder in eine pizzeria, zahlen wiederum das zehnfache für marlboro und styvesant anstatt mal die hiesigen marken auszuprobieren, haben satellitenschüsseln auf den wohnwagendächern um das gewohnte tv-programm auch im urlaub haben zu können, kurz, sie versuchen sich ihre heimat mitzunehmen, anstatt sich auf die regionalen gegebenheiten einzulassen, obwohl sie ja gerade dem durch einen urlaub entfliehen wollten..

 

da dieser blog bereits recht lang geraten ist, setze ich das thema ein anderes mal fort.

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0