sommereismusik

es ist sommer. und es war sommer. genauer gesagt, die sommer der frühen 80er jahre, ungefähr 1981 bis 1985. ich war jung, steckte mitten in der pubertät, begann mich für musik und das weibliche geschlecht zu interessieren und verbrachte - zumindest in meiner erinnerung - die meiste zeit des sommers im schwimmbad unseres dorfes. man bekam von mutter 20 schillinge (umgerechnet ca. €1,50)  in die hand gedrückt und wurde "verschickt". das reichte locker für den eintritt (einheimisch UND schüler - somit zahlte man nur mehr sehr wenig eintritt!) und ein bis zwei eis, oder was man sich sonst so an naschereien kaufte. manche von uns hatten sogar eine saisonkarte.

 

dieses schwimmbad war eigentlich nur ein größeres planschbecken. wenn man es darauf anlegte konnte man auf der einen seite mit einem köpfler reinspringen, und mit ein wenig nachhelfen fast nur durch den schwung des sprunges unter wasser bis zur anderen seite gleiten. es gab keine rutschen, kein sprungbrett, ja nicht einmal diese absprungböcke die man immer an den sportbecken in größeren schwimmbädern sieht. natürlich gab es das obligatorische "soachwoame" (pisswarme) babyplanschbecken und seltsamerweise eine dornenhecke (sic!) rund um das becken. ausserdem gab es einen kleinen kiosk wo wir unser eis und all die kleinen naschereien kauften und es gab damals noch jede menge bäume die schatten spendeten. daas schwimmbad gibt es in modernisierter form immer noch, ebenfalls den kiosk, der inzwischen zu einem café vergrößert wurde, doch die bäume gibt es nicht mehr. seinen schatten muss man sich also nun selbst mitbringen, oder in form von mietbaren sonnenschirmen bezahlen.

 

aber das allerwichtigste was es dort gab war: freunde! man traf sich natürlich den sommer über hauptsächlich in diesem schwimmbad. all die ganzen engen freunde, weniger engen freunde, bekannten, freunde von freunden und auch die "geduldeten". im prinzip lagen wir auch immer in der selben ecke.

 

natürlich war nicht jeder jeden tag dort anzutreffen. es gab die üblichen tageweisen ausfälle, weil man eben was anderes zu tun hatte, dann gab es jene die zwar zum freundeskreis, bzw. dem erweiterten freundeskreis zählten, aber nicht aus dem eigenen dorf waren und nur zu besuch kamen, natürlich fuhren auch einige in den sommerferien für längere zeit woanders hin und dann gab es die armen schweine, die im sommer einem ferialjob nachgingen. nun, zumindest ICH betrachtete sie als arme schweine, weil sie den sommer nicht so wie ich genießen konnten. manchmal kamen sie aber dennoch auf ein stündchen nach dem arbeiten ins schwimmbad.

 

mir war dieses konzept des ferialjobs absolut unbekannt. entweder gibt oder gab es das in deutschland wo ich aufwuchs nicht, oder diese information ging einfach irgendwie spurlos an mir vorbei. woran ich damals in meiner jugendlichen dummheit natürlich überhaupt nicht dachte war, dass diese ferialjobarbeiter natürlich geld verdienten und sich damit ihren eigenen urlaub, ein moped, oder andere dinge finanzierten. also bedauerte ich diese in meinen augen armen geschöpfe erst mal. erst später fiel mir der vorteil des sommerjobs auf.

 

ein ständiger begleiter der ersten schwimmbadjahre war mein kassettenspieler. ein kleines tragbares ding, das ich zu meiner firmung bekommen hatte, natürlich mono, das nichts anderes konnte, als kassetten abzuspielen, bzw. aufzunehmen. damals war es nämlich für mich absolut unmöglich auch nur irgendetwas zu tun, oder irgendwo zu sein, ohne musik zu hören. später kaufte ich mir dann einen walkman (inklusive radioempfang), dem ich sogar im eigenbau einen stecker spendierte, um ihn mit strom aus der steckdose laufen zu lassen, denn batterien waren damals noch teuer und schnell verbraucht. und wieder sehr viel später gab es dann einen luxuswalkman von sony (wenn ich nicht irre war der erste auch von sony), ebenfalls mit radioempfang, mit equalizer, uhr und weckerfunktion, doch da war ich kein jugendlicher mehr. und seltsamerweise erinnere ich mich an meinen ersten walkman viel besser, als an den viel besseren den ich später hatte. vermutlich weil ich mit diesem ersten viel mehr erlebt hatte als mit dem nachfolger.

 

mein lieblingseis war das cappucciino von eskimo. das gab es in einem pappbecher und darin befanden sich 2 eissorten, ein mal vanille und ein mal kaffee, links das eine, rechts das andere. und ich liebte es diese beiden sorten getrennt voneinder zu essen. dieses eis gibt es imemr noch, aber es sieht völlig anders aus. zunächst gibt es keine pappbecher mehr, sondern der becher ist aus plastik, und zweitens wurden die beiden eissorten miteinander vermischt, besser gesagt "verstrudelt". dadurch ist für mich der spass und auch der geschmack an dieser eissorte nicht mehr gegeben. schade. später dann wurde irgendwann die damals völlig neue eissorte calippo eingeführt. ich liebte dieses eis! es war relativ billig, es war dadurch dass es sich um ein wassereis mit limettengeschmack handelte extrem erfrischend und man brauchte ziemlich lange um es aufzuessen. auch calippo gibt es heute noch, doch meistens nur in den geschmacksrichtungen cola oder orange, die limette ist kaum mehr zu finden. dies ist mir wirklich unverständlich. bei twinni kommt ja auch niemand auf die idee die traditionelle orange und birne durch was weiss ich, sagen wir melone und apfel zu ersetzen.

 

ich könnte nun auch noch von meinen sommern die ich während des urlaubs in fremden ländern verbrachte berichten, aber ich denke, das hebe ich mir für einen anderen blog auf. 

 

so bestanden also meine sommer aus schwimmbad (und die urlaube in anderen ländern), eis und musik. im gegensatz zu den meisten anderen männlichen jugendlichen habe ich so gut wie keine sommerlichen erinnerungen an irgendwelche liebesgeschichten oder schwärmereien. 

 

und hier spendiere ich euch ein paar jener songs, die in den damaligen sommern auf meinen kassetten fast zu tode gespielt wurden....

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0