breakdown

[wie so oft in letzter zeit, ist auch dies einer meiner älteren texte, den ich euch jedoch nicht vorenthalten möchte. so please enjoy!]

 

06:50 uhr: der wecker klingelt. ich stehe auf, öffne das fenster, hole mit dem wecker in der hand aus, und schmeisse das immer noch klingelnde ding so weit aus dem fenster wie es mir nur möglich ist. während ich das fenster wieder schließe, sehe ich noch wie das immer noch fiepende teil auf dem autodach des nachbarn aufschlägt, abprallt, und hinter ihm im schnee verschwindet. ich grunze zufrieden. erst viel später wird mir dann wieder einfallen dass das eigentlich mein handy war.

07:37 uhr: ich fahre wieder mal viel zu spät los um rechtzeitig ins büro zu kommen. da die strassen noch sehr glatt sind, und sich auf dem verdammten firmenwagen immer noch nur sommerreifen befinden, rutsche ich recht fröhlich durch die gegend, touchiere hie und da mauern, bäume und andere kfz, und überfahre aus versehen den einen oder anderen passanten. einiges davon geschieht unter umständen sogar aus absicht. ärgerlich sind die braunen flecken die sich nun langsam auf meiner hose ausbreiten, da mit jedem überfahrenen passanten auch mein morgenkaffee verschüttet wird den ich in der linken hand während des fahrens halte. gelenkt wird ausschließlich mit der rechten hand. schalten geht natürlich auch nur mit der rechten. leider muss ich somit auf elegante kurvenslides verzichten, da ich ja nicht gleichzeitig mit der rechten handbremse anziehen und lenken kann. ein versuch mit den knien zu lenken scheitert kläglich und hinterlässt ornamentale rote autolackspuren auf einer hausmauer.

08:18 uhr: ich betrete das büro, entledige mich meiner jacke, starte den pc, und gehe zur empfangsdame um sie ein wenig zu begrapschen während der pc hochfährt. ich rüge sie wegen unerlaubten tragens von hosen und bh, und rausche wutentbrannt ins büro des chefs. auf den bin ich immer sauer, also kann ich damit nichts falsch machen. da dieser sich jedoch nicht zu tode starren lässt, helfe ich mit einem briefbeschwerer nach. die roten flecken auf dem hemd korrenspondieren wundervoll mit den braunen flecken auf der hose. zurück in meinem büro nehme ich zur kenntnis, dass die empfangsdame nun nackt, reue- und demutsvoll auf mich wartet. ich schicke sie so wie sie ist kaffee und zigaretten holen. natürlich ohne ihr geld mitzugeben. noch vor ihrer rückkehr verlasse ich das büro wieder, nicht ohne vorher feuer in meinem papierkorb gelegt zu haben.

09:04 uhr: vor dem büro breche ich in den mercedes des chefs ein und schließe ihn kurz, da ich zu faul bin wieder ins büro zu gehen um seinem reglosen körper die schlüssel abzunehmen. immerhin hat dieser wagen winterreifen. im wegfahren sehe ich im rückspigel die polizei vorfahren, die feuerwehrsirenen sind auch schon zu hören. 50 meter weiter kommt mir die nackte empfangsdame mit einem becher mcdonalds-kaffee in der einen, und einer schachtel benson & hedges black in der anderen hand entgegen. ich bleibe stehen, nehme ihr kaffee und zigaretten ab, und lasse sie in den kofferraum steigen.

10:46 uhr: nach zähen verhandlungen konnte ich meine fracht aus dem kofferraum einem bulgarischen geschäftsmann auf einem autobahnparkplatz übergeben. 

11:32 uhr: ich täusche in meiner hausbank einen banküberfall vor, nur um der verdutzten kassenkraft dann einen teil der soeben verdienten € 352.735,82 zu übergeben und damit meine schulden zu tilgen. nach abschluss der transaktionen rüge ich sie noch ob des tragens von hosen und bh, und überlege wieviel sie wohl dem bulgaren wert gewesen wäre.

13:33 uhr: beim polnischen landsmann meines vertrauens kann ich den mercedes gegen einen anständigen citroen eintauschen und bekomme sogar noch bares auf die hand. unerwartet viel bares, um genau zu sein. ich bin ein wenig überfordert und brauche erst mal einen anständigen kaffee. am mcdonalds-parkplatz sehe ich das auto des bulgaren stehen. ich breche den kofferraum auf und rück-entführe die völlig durchgefrorene, nunmehr ehemalige empfangsdame. 

13:55 uhr: ich bin in spendierlaune. wir betreten eine boutique und kleiden uns von grund auf völlig neu ein. da die empfangsdame zu viel herumnörgelt "verliere" ich sie dann später in der fußgängerzone, während ich mich nach einem neuen handy umsehe. nach erfolgter geschäftlichen transaktion rüge ich bei verlassen des lokals die verkäuferin ob des tragens von hosen und bh und genehmige mir erst mal einen kaffee. leider weit und breit kein mcdonalds in sicht, darum automatenkaffee.

15:38 uhr: ich suche seit einer stunde den mercedes in der tiefgarage und werde dabei fast irre, bis mir einfällt dass ich ja jetzt nach einem citroen suchen muss. währenddessen alle zigaretten aufgeraucht. jetzt wäre es dann doch wieder gut gewesen die ehemalige empfangsdame nicht verloren zu haben, also gehe ich höchstselbst wieder zurück in die fußgängerzone, kaufe zigaretten, und begebe mich dann wieder auf die suche nach dem mercedes in der tiefgarage. wieder eine halbe stunde verschwendet bevor mir endlich wieder einfällt, dass ich ja citroen fahre. verdammt. ich pöble eine unschuldige frau an, obwohl sie einen rock trägt.

06:50 uhr:

*düdeldüdeldüdeldüdel*

mein wecker/handy holt mich zurück in die realität.

verdammt.

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