von sinnen im kino: epic - verborgenes königreich

heute übe ich mich mal in jener disziplin, von der ich hier bereits kürzlich geschrieben hatte: nämlich in der kritik, genauer gesagt, in der filmkritik. man darf mich dann gerne anschließend dazu selbst kritisieren ;-)

 

wenn man nachwuchs hat, der sich zwar bereits in der pubertät befindet, aber dennoch noch zu jung ist, um sich dem effektgewitter des blut- und beuschel mainstreams hinzugeben, der landet immer wieder - auch als erwachsener - in animationsfilmen. dagegen ist ja nichts einzuwenden, sehr viele filme aus diesem genre mag ich wirklich sehr gerne, wie zum beispiel die unglaublichen oder merida.

 

dieses mal war es die vorpremiere des filmes "epic - verborgenes königreich", auf die 3d-version wurde bewusst verzichtet, denn im grunde stört es sowieso nur, kostet mehr, und nach 10 minuten hat man sowieso vergessen dass man eigentlich 3d sieht. doch warum der filmtitel dieses "epic" in sich trägt, blieb mir bis heute verborgen.

 

im grunde enthält die geschichte altbekannte elemente: der kampf gut gegen böse, junger held trifft mädchen und nach vielen komplikationen bekommt der held am schluss das mädchen, der allgegenwärtige comic-relief in form von einer dicken dummen und einer schlanken klugen nebenfigur kommt natürlich auch vor, ebenso der böse erzfeind samt dunkler armee, ein weises ausgeflipptes orakel, der eltern-kind-konflikt und vielerlei dergleichen mehr. diesbezüglich gab es also keinerlei überraschungen.

 

rein technisch wurde der film wirklich wundervoll umgesetzt. nach sehr kurzer zeit hat man vergssen, dass die landschaften, der wald, die bäume und all die pflanzen welche nun wirklich massenhaft zu sehen sind, aus dem rechner stammen. die detailtreue ist recht groß, pflanzen sind eindeutig zu identfizieren, tiere (vor allem vögel) ebenfalls. sogar so sehr, dass mein dahingehend talentierter nachwuchs eindeutig feststellen konnte, dass es sich in einem fall um was-weiss-ich-welche-finken oder sperlinge oder meisen oder weiss der geier handelte (ich müsste nochmal nachfragen). nur die bösen erinnerten mich mehr an hai, als an molche, die sie ja laut meinem schlauen nachwuchs sein hätten sollen.

 

es gibt jedoch einen großen logikfehler, der nicht nur mich, sondern auch meinen nachwuchs sehr beschäftigte: wenn sich diese kleinen wesen, die ja quasi neben uns existieren sollen, deshalb von uns nicht wahrgenommen werden, weil sie sich viel schneller bewegen als wir, warum sind dann 2 der wichtigen nebenfiguren ausgerechnet schnecken? schnecken sind alles andere als schnell, wie wir alle wissen...

 

der film wird trotz fehlender überraschungen nicht langweilig, ich würde ihn auch nicht als mißlungen bezeichnen, doch wenn ich ihn mit "drachenzähmen leicht gemacht" oder "merida" vergleiche (und diesen vergleich muss er sich gefallen lassen), dann wurde er weit abgeschlagen, rangiert dennoch immer noch in der liga der besseren animationsfilme.

 

ich habe nicht bereut mir diesen film anzusehen, ich würde ihn mir auch jederzeit ein weiteres mal ansehen, doch ein must-see ist er nicht.

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