die diktatur des krümelmonsters

ein thema das mich immer wieder beschäftigt, ist die zunehmende überhandmahme der brownie-, cupcake- und donutwelle, die uns schon seit jahren überrollt. nebenbei bemerkt heisst es eigentlich "doughnut", für "dough" (englisch für "teig") und "nut" (englisch für nüsse). nur die doofen amis, die wieder mal nicht ihre eigene sprache korrekt beherrschen, machten daraus das nun allseits bekannte "donut".

 

  das problem ist, was eigentlich als leidlich exotische ergänzung zu unseren eigenen backwaren gedacht war, entpuppt sich immer mehr als parasitäre pest in heimischen küchen, bäckereien, konditoreien und backwarenabteilungen, die andere köstliche dinge einfach ersetzt - und das auch noch schlecht.

 

  früher brachten mütter (manchmal auch väter) zu diversen schul- oder kindergartenveranstaltungen die verschiedensten sorten an keksen und kuchen mit, die man dann zu einem geringen obolus am buffet zum eigenen verzehr erstehen konnte. heutzutage hat man fast nur mehr die auswahl zwischen 8 sorten brownies und 15 sorten muffins, die sich im grunde nur mehr dadurch unterscheiden ob sie gelungen oder eben nicht gelungen sind. natürlich gibt es auch hier variationen, aber diese sind im grunde vernachlässigbar. brownies sind, waren immer und bleiben weicher tortenboden mit mal mehr, mal weniger schokolade, vielleicht noch mit anderen dingen wie nüssen oder ähnlichem. aber das prinzip ist natürlich immer das selbe. und muffins schmecken IMMER pampig, egal welcher geschmacksrichtung, egal ob mit schokolade oder irgendwelchen früchten. eins von den dingern geht ja noch, aber dann ists schon wieder genug.

 

  mein erster kontakt zu doughnuts fand sozusagen virtuell statt, in form von "schmalzkringeln" in donald duck comics. ich stellte mir diese schmalzkringel damals als kind köstlich vor, ähnlich einem krapfen, aussen ganz leicht knusprig, innen fluffig. eben so wie einen guten faschingskrapfen, jedoch ohne die marmeladefüllung und in ringform. vermutlich war es ursprünglich auch irgendwann mal so, doch was inzwischen daraus wurde, ist einfach ein graus. ebenso wie muffins, sind "donuts" einfach nur pampfig. der teig  verklebt im mund zu einer art klebrigem kaugummi, verliert jeglichen geschmack und ist nur mehr eklig. da hilft es auch nicht mehr diese dinger mit schokolade oder zuckerguss aufwerten zu wollen. ich wünschte mir, irgendjemand würde den mut aufbringen und aus den "donuts" wieder "schmalzkringel" machen. ich wette, die dinger wären der renner!

 

prinzipiell habe ich ja nichts dagegen, dass es nun auch bei uns donuts, cupcakes und brownies gibt. ja nicht einmal, dass sie an, bzw. in heimischen herden fabriziert werden. was mich stört, ist das verschwinden der anderen köstlichkeiten.

 

wann habt ihr das letzte mal einen bienenstich gesehen? einen amerikaner? einen granatsplitter? natürlich, da und dort wird man vereinzelt einiges davon wiederfinden, aber in meienr kindheitserinnerung waren diese dinge standard, man bekam es überall. sogar guglhupf wird inzwischen immer seltener.

 

wie ich bereits anmerkte, die vielfalt scheint mir immer mehr eingeschränkt zu werden. auch wenn ich vermutlich dinkel-kürbiskern-plätzchen mit zuckerrübenmelassefüllung nicht sonderlich mögen würde, so fehlt es mir dennoch solche WIRKLICH exotischen backexperimente an den diversen schul- und kindergartenbuffets zu entdecken.

 

ich hoffe nur, dass die amerikanischen bagel nicht irgendwann unsere semmeln ("brötchen) verdrängen....

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