die kleine hexe und ich

ich möchte hier nicht auf die inzwischen allseits bekannte debatte eingehen, in der es darum geht, ob ein verlag und sein autor entscheiden dürfen bestimmte wörter in bestimmten büchern dieses autors durch andere zu ersetzen, oder nicht. diesbezüglich wurde nun wirklich genug herumdiskutiert, durch die gegend geblogged und vor allem sehr viel gestritten. nicht zuletzt auch von und mit mir.

 

ich möchte einfach nur darüber schreiben, bzw. berichten wie es mir innerhalb dieser kontroverse erging.

 

zunächst einmal fühle ich mich nun plötzlich schuldig und weiss nicht einmal genau warum. ich behaupte mich zeit meines lebens alles andere als rassistisch benommen zu haben, falls doch, dann mit sicherheit nicht bewusst. und nun wird mir erklärt, dass ich doch mein ganzes leben lang rassist war, weil ich ganz naiv das böse wort "neger" in aller unschuld (ja, tatsächlich!) als beschreibendes eigenschaftswort benutzte. und war ich noch naiver und stand auch noch in aller öffentlichkeit dazu, versuchte zu erklären, zu verteidigen und zu argumentieren. doch ich muss gestehen, dass mich die flut aller argumente so langsam in die knie zwingt. darüber nachgedacht, ob ich denn tatsächlich richtig liege, wenn ich weiterhin "neger" in der von mir gedachten bedeutung verwende, habe ich von anfang an, ja sogar schon lange vor dieser debatte, doch noch nie blies mir ein derart heftiger argumentativer wind entgegen.

 

ja, ich fühle mich schuldig, aber auch vollkommen mißverstanden. mag sein, dass ich diesbezüglich schon wieder einem irrtum unterliege, aber dies ist eben was ich empfinde. ich war immer der meinung, mit der attitüde ich bin nur verantwortlich dafür was ich sage, nicht dafür was du verstehst könne ich nicht falsch liegen. offenbar ist dem doch so. wenn meine worte jemand als beleidigend und herabwürdigend empfindend, so ist offenbar dessen kränkung höher und wertiger zu stellen, als meine ursprüngliche intention. damit muss ich nun erst mal klar kommen, denn diese sichtweise empfinde ICH nun als kränkend. ich empfinde es als beleidigend, davon auszugehen, dass ich automatisch jemanden herabwürdigen wollte, wenn ich ihn persönlich oder gegenüber anderen als neger bezeichnete.

 

nun gibt es also aber das gegenargument, dass ich ja nun wisse dass dem so ist und ich mich dementsprechend zu verhalten hätte. ok, ist in ordnung, man beugt sich der argumentativ logischen sprachgewalt. also verkündete ich mich ab sofort zu bemühen "farbiger" anstatt "neger" zu benutzen - und prompt wurde ich aufs neue gerügt, da diese bezeichnung offenbar ebenfalls nicht zulässig sei. tja, nun fühlte ich mich nicht nur schuldig und selbst beledigt, sondern auch noch ein bisschen verarscht. das erinnerte mich ein wenig an eine situation in der man jemandem, der sein leben lang spaghetti am liebsten mit dem messer schnitt ums sie dann mit dem löffel zu essen sagt, dass er sie gefälligst auf die gabel zu rollen hat um ihn dann, wenn er endlich gelernt hat sie mit gabel und löffel aufzurollen neuerdings zu rügen um ihm mitzuteilen, dass italiener dafür keinen löffel verwenden, sondern die nudeln direkt im teller auf die gabel rollen. ja, der verglich hinkt, mir fällt nur gerade nichts besseres ein...

 

was mich an dieser ganzen debatte am allermeisten aufregt, ist dieses sich gegenseitige aufhängen an einem simplen wort, inklusive dem pauschalen unterstellen dahinterliegender bedeutungen und meinungen. und damit verbunden irrsinnig verkrusteter ansichten und die weigerung BEIDER seiten, sich mal in die gedankenwelt des anderen hineinzuversetzen.

 

nun gut, ich versuche in zukunft weder "neger", noch "farbiger" zu benutzen. aber mir wäre dennoch sehr viel lieber, man würde in zukunft versuchen nicht an worten und begriffen herumzubasteln, sondern an der gedankenwelt der menschen. wenn es der person die "neger" ganannt wird völlig egal ist, sie selbst es nicht als beledigend empfindet, dann kann man sie auch niemals damit beledigen, auch nicht unabsichtlich. im gegenzug dazu kann es sehr wohl vorkommen, dass jemand "mensch mit dunkler hautfarbe" sagt, aber in gedanken dennoch "minderwertiger, dreckiger, fauler und stinkender bimbo" meint. ist das denn wirklich so viel besser?

 

ich werde mich den gesellschaftlichen konventionen beugen, aber ich bin immer noch der meinung, dass der gedanke zählt, der hinter wörtern steht und nicht das gesprochene oder geschriebene wort wichtiger sein kann als die intention des verfassers. genau darum bemühe ich mich immer das was ich mitteilen möchte in möglichst exakte formulierungen zu verpacken. und genau darum fand ich das wort "neger" so praktisch, denn es ruft automatisch ein inneres bild hervor, jeder weiss sofort und ganz genau was gemeint ist. nun muss ich mich eben nach einer anderen bezeichnung umsehen. seis drum....

 

 

 

ich möchte hier nicht auf die inzwischen allseits bekannte debatte eingehen, in der es darum geht, ob ein verlag und sein autor entscheiden dürfen bestimmte wörter in bestimmten büchern dieses autors durch andere zu ersetzen, oder nicht. diesbezüglich wurde nun wirklich genug herumdiskutiert, durch die gegend geblogged und vor allem sehr viel gestritten. nicht zuletzt auch von und mit mir.

 

ich möchte einfach nur darüber schreiben, bzw. berichten wie es mir innerhalb dieser kontroverse erging.

 

zunächst einmal fühle ich mich nun plötzlich schuldig und weiss nicht einmal genau warum. ich behaupte mich zeit meines lebens alles andere als rassistisch benommen zu haben, falls doch, dann mit sicherheit nicht bewusst. und nun wird mir erklärt, dass ich doch mein ganzes leben lang rassist war, weil ich ganz naiv das böse wort "neger" in aller unschuld (ja, tatsächlich!) als beschreibendes eigenschaftswort benutzte. und war ich noch naiver und stand auch noch in aller öffentlichkeit dazu, versuchte zu erklären, zu verteidigen und zu argumentieren. doch ich muss gestehen, dass mich die flut aller argumente so langsam in die knie zwingt. darüber nachgedacht, ob ich denn tatsächlich richtig liege, wenn ich weiterhin "neger" in der von mir gedachten bedeutung verwende, habe ich von anfang an, ja sogar schon lange vor dieser debatte, doch noch nie blies mir ein derart heftiger argumentativer wind entgegen.

 

ja, ich fühle mich schuldig, aber auch vollkommen mißverstanden. mag sein, dass ich diesbezüglich schon wieder einem irrtum unterliege, aber dies ist eben was ich empfinde. ich war immer der meinung, mit der attitüde ich bin nur verantwortlich dafür was ich sage, nicht dafür was du verstehst könne ich nicht falsch liegen. offenbar ist dem doch so. wenn meine worte jemand als beleidigend und herabwürdigend empfindend, so ist offenbar dessen kränkung höher und wertiger zu stellen, als meine ursprüngliche intention. damit muss ich nun erst mal klar kommen, denn diese sichtweise empfinde ICH nun als kränkend. ich empfinde es als beleidigend, davon auszugehen, dass ich automatisch jemanden herabwürdigen wollte, wenn ich ihn persönlich oder gegenüber anderen als neger bezeichnete.

 

nun gibt es also aber das gegenargument, dass ich ja nun wisse dass dem so ist und ich mich dementsprechend zu verhalten hätte. ok, ist in ordnung, man beugt sich der argumentativ logischen sprachgewalt. also verkündete ich mich ab sofort zu bemühen "farbiger" anstatt "neger" zu benutzen - und prompt wurde ich aufs neue gerügt, da diese bezeichnung offenbar ebenfalls nicht zulässig sei. tja, nun fühlte ich mich nicht nur schuldig und selbst beledigt, sondern auch noch ein bisschen verarscht. das erinnerte mich ein wenig an eine situation in der man jemandem, der sein leben lang spaghetti am liebsten mit dem messer schnitt ums sie dann mit dem löffel zu essen sagt, dass er sie gefälligst auf die gabel zu rollen hat um ihn dann, wenn er endlich gelernt hat sie mit gabel und löffel aufzurollen neuerdings zu rügen um ihm mitzuteilen, dass italiener dafür keinen löffel verwenden, sondern die nudeln direkt im teller auf die gabel rollen. ja, der verglich hinkt, mir fällt nur gerade nichts besseres ein...

 

was mich an dieser ganzen debatte am allermeisten aufregt, ist dieses sich gegenseitige aufhängen an einem simplen wort, inklusive dem pauschalen unterstellen dahinterliegender bedeutungen und meinungen. und damit verbunden irrsinnig verkrusteter ansichten und die weigerung BEIDER seiten, sich mal in die gedankenwelt des anderen hineinzuversetzen.

 

nun gut, ich versuche in zukunft weder "neger", noch "farbiger" zu benutzen. aber mir wäre dennoch sehr viel lieber, man würde in zukunft versuchen nicht an worten und begriffen herumzubasteln, sondern an der gedankenwelt der menschen. wenn es der person die "neger" ganannt wird völlig egal ist, sie selbst es nicht als beledigend empfindet, dann kann man sie auch niemals damit beledigen, auch nicht unabsichtlich. im gegenzug dazu kann es sehr wohl vorkommen, dass jemand "mensch mit dunkler hautfarbe" sagt, aber in gedanken dennoch "minderwertiger, dreckiger, fauler und stinkender bimbo" meint. ist das denn wirklich so viel besser?

 

ich werde mich den gesellschaftlichen konventionen beugen, aber ich bin immer noch der meinung, dass der gedanke zählt, der hinter wörtern steht und nicht das gesprochene oder geschriebene wort wichtiger sein kann als die intention des verfassers. genau darum bemühe ich mich immer das was ich mitteilen möchte in möglichst exakte formulierungen zu verpacken. und genau darum fand ich das wort "neger" so praktisch, denn es ruft automatisch ein inneres bild hervor, jeder weiss sofort und ganz genau was gemeint ist. nun muss ich mich eben nach einer anderen bezeichnung umsehen. seis drum....

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    tbz (Donnerstag, 24 Januar 2013 20:11)

    ich stimme zu, man kann die huebschesten, korrektesten woerter benutzen und eine graessliche gesinnung dahinter haben. zu deinem grundsatz "ich bin nur verantwortlich dafür was ich sage, nicht dafür was du verstehst" wuerde ich aber im allgemeinen (nun auch ohne neger und eskimos) philosophische lektuere empfehlen, geht es doch da ganz bei den wurzeln der sprache schon darum, dass man gemeinsame regeln aufstellt, um sich zu mal grundlegend zu verstehen, also dinge gleich definiert oder benennt. siehe auch die geschichte von bichsel : http://www.mittelschulvorbereitung.ch/content_new/msvDE/T67cTischistTisch.pdf

    wuensche, dass all deine aufregung um das ganze sich wieder etwas legt ;-)